Offenes Atelier
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Kunst am Bach“ in Ensingen hatte am Freitagabend Premiere. Foto: Filitz
Ensingen (ef). Man nehme eine alte Scheune, handle nach dem Prinzip: Selbst ist die Frau und vergipse Mauerwerk, lege Parkett und Fliesen, greife zu Pinsel und Farbe, bringe eine gerütteltes Maß
an Kraft mit – für Ute Schönerstedt war es dieser Weg, der zum Ziel führte: die gelernte Chemikerin und Malerin aus Passion schuf mit viel Geduld und Ausdauer aus dem bäuerli-chen Relikt ein
Refugium für sich und ihre Bilder – eine private, fast intime Galerie in Ensingen.
Eine ausgeklügelte Treppenführung erschließt nun den Bau über drei Etagen, viel Holz, sichtbare Balken, ein großes Fenster-/Türelement ersetzt das ehemalige Scheunentor und lässt viel Licht
in den Raum. Am Freitagabend war es dann soweit: Mit einer Ausstellung befreundeter Künstler feierte „Kunst am Bach“ Premiere mit einer Vernissage, der eine Verkaufsausstellung am Samstag und
Sonntag folgte.
Vor mehr als 50 Gästen hielt Kata Kimmich-Protz, eine befreundete Malerin aus Stuttgart, von einer kleinen Empore herab, eine mitunter humorvolle Laudatio auf die vier Künstler, deren
Exponate dem Betrachter einen Einblick in ganz unterschiedliche Kunstrichtungen gewährten. Vertreten waren Chong-Im Neukamm aus Mühlacker mit ihren ausgewogenen, fern-östliche Harmonie
verströmenden Keramikskulpturen. Angelika Weiß-Neher, Goldschmiedemeisterin aus Maulbronn präsentierte in mehreren Vitrinen Unikate aus ihrer Schmuckkollektion in Gold und Silber. Ein Blick in
die auf einem Tisch platzierten „Schatzkästlein“ zeigte schöne, und vor allem tragbare Colliers mit passenden Accessoires. Auf einem Tableau aufgereihte Ringe konnten an der Hand probiert werden.
Günter Mauch aus Ensingen über-raschte mit einem breiten Spektrum seiner Holzarbeiten, das die Besucher staunen ließ ob einer perfekten Täuschung zwischen realem Gegenständlichen und
handwerklicher Kunst auf hohem Niveau. Hausherrin Ute Schönerstedt zeigte eine große Auswahl ihrer Gemälde, überwiegend in Acryl auf Leinwand, daneben noch Holzschnitte und kleine
Keramikarbeiten. In ihrer Malerei geht es ihr darum, Naturprozesse nachzuempfinden und mit bildnerischen Mitteln um- beziehungsweise fortzusetzen.
In der ersten Etage lud in einer gemütlichen Nische eine rote Couch zum Verweilen und Betrachten der Bilder ein und an einem langen Tisch ließen sich Kunstfreunde zum Gespräch nieder. Ein
köstliches Buffet mit passenden Getränken durfte an diesem bedeutungsvollen Abend nicht fehlen, fand bei den Besuchern viel Beifall und verstärkte das allgemeine Wohlbefinden auf besondere Art.
Versehen mit leckeren Häppchen und mit einem Glas prickeln-dem Sekt in der Hand von Bild zu Bild zu bummeln, die persönlichen Eindrücke mit anderen Kunstfreunden auszutauschen in diesem
überschaubaren einladenden Ambiente – das hatte schon was. Das „Kunst-Quartett“ strahlte am Ende des Abends auch, alle vier waren glücklich und zufrieden über den gelungenen Einstand.
„Am Samstag und Sonntag setzte ein wahrer Ansturm ein, Besucher aus Kornwestheim und Stuttgart, sogar aus Wendlingen waren darunter“, berichtete Schönerstedt, „nicht nur Interessenten,
sondern auch viele Käufer haben die Gelegenheit zum Kunsterwerb genutzt“. Ein besonderer Renner sei ihre Weihnachtskeramik gewesen, doch ihre Kollegen könnten auch gute Verkaufsergebnisse während
der zwei Tage verbuchen. „Das Wagnis hat sich gelohnt“, stellte die Galeristin am Ende fest und hatte alles Herzklopfen wegen „Wirtschaftskrise und möglichem Verzicht auf Kunst“ schon vergessen.
Ihre Gemälde bleiben in ständiger Ausstellung hängen, Anmeldung zu einer Besichtigung ist jederzeit möglich unter Telefon (07042) 813386.
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